Tempel in Kyoto
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Die schönsten Tempel und Schreine in Kyoto, Japan

Da ist man ganze 5 Wochen in Japan und hat am Ende doch nur 1,5 Tage Zeit für Kyoto. Ursprünglich war viel mehr Zeit eingeplant, aber erstens kommts ja immer anders und zweitens als man denkt. So musste ich mich aber auf einige wenige Sehenswürdigkeiten beschränken und dass es Schreine oder Tempel in Kyoto sein werden, war fast absehbar. Denn bei der Planung einer Reise nach Kyoto stellt man schnell fest, dass man vor einer Auswahl von wirklich tausenden von Tempeln oder Schreinen steht, die bestimmt alle ihren Charme haben. Einige bekannter als andere, andere UNESCO Weltkulturerbe, wieder andere die einfach nur beeindrucken.

Klärung der Unterschiede: Schreine und Tempel in Kyoto

Der Unterschied ist gar nicht so schwer: es sind zwei verschiedene Religionen. Die Tempel gehören zum Buddhismus, die Schreine zum Shintoismus (Shinto), eine Religion, die vor allem in Japan praktiziert wird. Beide Religionen existieren ganz entspannt nebeneinander und führen keinen Konkurrenzkampf – zumal es vorkommt, dass sie in einigen Punkten verschmelzen. So wird im polytheistischen Shintoismus die Gegenwart und vor allem die Natur verehrt, aber es fehlt eine Theorie für die Zeit nach dem Tod. In der Hinsicht wenden sich viele Shintoisten dann dem Buddhismus zu, um ihre Angehörigen angemessen verabschieden zu können. Beide Religionen sind uralt, und das finde ich ja immer extrem spannend. Gerade bei religiösen Stätten, wie z.B. auch in Mexiko lernt man so schön viel! 🙂

Fushimi Inari Taisha

Ich dachte, sehenswerte Orte in Japan sind per se voll mit Menschen, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Wir wollten es aber dennoch versuchen und sind ganz früh morgens mit unseren Mieträdern vom Hostels losgedüst, um möglichst vor den Massen dort zu sein. Und tatsächlich, es hat geklappt! Der Fushimi Inari Schrein war kurz nach der Öffnungszeit für japanische Verhältnisse noch überschaubar gefüllt, sodass wir ganz entspannt in den Tag starten konnten (Naja, eigentlich waren wir in Mega-Eile, ohne Kaffee oder Frühstück gestartet um die Ersten zu sein, aber überspringen wir diesen Abschnitt des Morgens einfach mal😉 )

Der Fushimi Inari Taisha ist einer der beliebtesten und damit meistbesuchten Schreine in Kyoto. Er liegt etwas außerhalb der Stadt weiter südöstlich, ist aber mit dem Fahrrad dennoch gut zu erreichen. Er ist vor allem für sein orange-roten Tore (torii) bekannt, die sich den gesamten Berg hinauf schlängeln. Der Eintritt hier ist frei.

Der Komplex des Fushimi Inari ist ziemlich weitläufig. Unten am Berg befinden sich 5 Schreine, dann führt ein Weg durch den Wald mit den berühmten orange-roten Toren die Hänge hinauf, wo sich immer wieder kleinere Schreine oder Friedhöfe befinden. Es gibt Abschnitte, da will man irgendwie nicht allein sein – vor allem auf den Friedhöfen. Es ist dann sogar so ruhig, dass man nicht mal Vögel zwitschern hört. Für die einen mystisch und geheimnisvoll, für mich etwas gruselig und angsteinflößend. Aber mit guter Begleitung geht auch das 😉

Unten am Hauptplatz kann es recht voll werden, allerdings nehmen viele den Weg hoch auf den Berg gar nicht in Angriff – dabei ist das eigentlich der schönste Abschnitt. Als wir jedenfalls wieder unten ankamen, waren wir erschrocken, wie viele Menschen plötzlich da waren, denn davon hat man oben nichts mitbekommen.

Auf dem gesamten Gelände sieht man immer wieder steinerne Füchse mit Schlüssel im Maul. Die Schlüssel stehen für die Getreidespeicher, denn der Fushimi Inari ist den Göttern des Reis und Getreides gewidmet. Und der Fuchs ist quasi ihr Wappentier, der Botschafter des Getreidegottes. 

Als wir hier fertig waren und weitere Tempel in Kyoto besuchen wollten, kamen wir spontan am Café Vermillon vorbei. Ein ganz kleines, unauffälliges und schnuckeliges Café, in dem wir unser Frühstück nachholen konnten – „westliches“ Frühstück mit dem endlich verdienten, leckeren Kaffee!

Kyomizu Dera Tempel

Hätte ich noch einen Tag mehr gehabt, dann wäre der Kiyomizu Dera definitiv einer der Tempel in Kyoto, zu dem ich es wie beim Fushimi Inari Taisha ganz früh morgens versucht hätte. Es war so schön hier, aber übertrieben voll. Für die Schlange in den Haupttempel haben wir uns gar nicht erst angestellt, da hier locker 2h bei draufgegangen wären. Abgesehen davon, war der Haupttempel verschleiert, da er gerade renoviert wurde. Ich MUSS also nochmal wiederkommen!

Wir waren im Februar hier und ich möchte gar nicht wissen, wieviel hier zu Sakura (der Kirschblüte) oder aber im Herbst los ist. Trotz der Menschenmassen hat es sich gelohnt herzukommen, da das Gelände auch neben dem Haupttempel einiges zu bieten hat. Außerdem hat man von dem höher gelegenen Gelände einen super Ausblick auf die umliegenden Straßen und Viertel.

Die kleinen Straßen, die direkt unterhalb des Tempels liegen heißen Ninen-zaka und Sannen-zaka und sind mit die schönsten in Kyoto. Auch wenn hier natürlich wieder Massen unterwegs sein können, macht es richtig Spaß zwischen den kleinen Souvenirläden, Restaurants und Kunsthandwerksgeschäften entlangzulaufen. Wir hatten sogar das Glück ganz viel probieren zu dürfen wie z.B. japanische Mochi oder andere Süßigkeiten, die die Imbisstände angeboten haben.

Kodai-ji

Direkt vom Kiyomizu Dera sind wir zum viel schlichteren, aber nicht ganz so gefüllten Kodai-ji gelaufen. Dieser Tempel wurde von einer Frau in Gedenken an ihren Ehemann erbaut (ich hab mir die Namen der Personen aber nicht merken können), weshalb der Tempel also eine kleine Lovestory mit sich bringt. Die Gebäude auf dieser Tempelanlage sind nicht so spektakulär wie vielleicht andere Tempel in Kyoto, aber die Gärten sind total ruhig und meditativ. Das tat nach der Erfahrung am Kiyomizu Dera und in den Straßen vorher echt gut.

In der Nähe des Kodai-ji

Direkt nebenan haben wir einen Riesen Buddha gesehen. Da in keinem unserer Reiseführer etwas von dieser Tempelanlage mit dem Buddha stand sind wir ohne Infos reingegangen. Und da hier alles auf Japanisch war sind wir auch nicht viel schlauer wieder rausgegangen. Schön wars trotzdem, denn wir haben am Anfang Räucherstäbchen in die Hand bekommen und durften damit ein kleines Ritual mitmachen, bevor wir dann in das Innere des Buddhas schauen konnten. Auch hier war nichts los – komisch, wo doch die Straßen davor komplett überfüllt waren!

Als wir dann weiterziehen wollten haben wir sogar noch einen kleinen Bambushain gefunden! Darüber haben wir uns mehr als gefreut, denn wir haben den Weg nach Arashiyama gar nicht erst angetreten. Über den Bambushain in Arashiyama hatten wir nämlich gehört, dass es elendig überfüllt und damit total stressig sein soll, weil hier eben alle ihr obligatorisches Foto mit Bambus schießen wollen. Hier in unserem kleinen Bambushain war jedenfalls nichts und niemand, was das ganze natürlich zu etwas Besonderem gemacht hat und auf unseren Bambusfotos sind nun keine anderen Menschen mit abgebildet, whoopwhoop!

Tofuku-ji

Fußläufig zu erreichen vom Fushimi Inari und deshalb ein kleiner, spontaner Abstecher auf unserer durchgetakteten Tour ist der Tofuku-ji Tempel in Kyoto. Hier war nichts los, kaum eine Menschenseele hatte sich hierher verirrt. Allerdings haben wir im Nachhinein erfahren, dass dieser Ort vor allem im Herbst gerne überlaufen ist. Nicht verwunderlich, ist doch ein Großteil der Anlage mit Bäumen bepflanzt und es sieht bestimmt noch um ein vielfaches schöner aus, wenn der Herbst alles gold färbt.

In dieser Tempelanlage finden sich wunderschöne Gärten, in denen uns besonders die in liebevoller Kleinarbeit hergestellten Kiesflächen aufgefallen sind – absolute Symmetrie in Kreisen, Linien und Wellen, die ganz viel Ruhe ausstrahlen, mich aber vor allem vor die Frage stellen: Wer kümmert sich wann und wie oft darum, und wie viel Geduld muss ein Mensch haben, so etwas zu meistern? Neben den Gärten und Gebäuden finden sich Holzbrücken, über die man eine schöne Aussicht auf die Anlage hat. Und wahrscheinlich müssen diese Brücken neben den Kiesflächen auch mehrmals täglich überprüft werden, wenn sie im Herbst von den Touristen als Fotospot ausgewählt werden. Außerdem steht hier das älteste Zen-Tor Japans!

Weitere Schreine und Tempel in Kyoto

Wie schon erwähnt gibt es unzählige Schreine und Tempel in Kyoto, die bestimmt alle einen Besuch wert sind. Man kann Wochen hier verbringen und würde wohl nicht fertig werden! Ich war für den einen Tag mit 4 verschiedenen Schreinen oder Tempeln plus extra Buddhastatue schon gut bedient. Natürlich fehlen noch ganz viele weitere tolle Tempel, aber auch beim nächsten Mal würde ich mich auf einige wenige beschränken. Denn um nur mal eben da gewesen zu sein, sind sie ja doch zu schön! 🙂

Werbung (unbeauftragt), da Ortsnennung

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