Teotihuacán
Mexiko,  Nordamerika

Teotihuacán – Tagesausflug von Mexico City

Obwohl wir nur wenig Zeit für Mexico City haben war ein Tagesausflug nach Teotihuacán fest eingeplant. Teotihuacán ist eine der wichtigsten und größten präkolumbischen Städte, die schon von den Azteken verlassen vorgefunden und zum mythischen Ort erklärt wurde. Heute ist sie UNESCO-Weltkulturerbe und vor allem bekannt für ihre Pyramiden und Ausgrabungen.

Teotihuacan: Hinkommen

Man kann es sich ganz einfach machen: Auf dem Zócalo, dem Hauptplatz in Mexico City gibt es gaaaanz viele Verkäufer, die einem Touren u.a. zu den Pyramiden von Teotihuacan anbieten, All Inclusive natürlich. Außerdem werden in jedem Hotel oder Hostel Angebote für Touren gemacht, wo man sich in einen Bus setzt und direkt vor der Pyramide aussteigt und sich um nichts weiter kümmern muss. Man kann es auch komplizierter machen, dafür günstiger und spannender. Und abgesehen davon erntet man damit später von seinen mexikanischen Freunden ein unbezahlbares Gesicht, wenn sie hören, dass DU ALS TOURIST sowas machst.  Mit „sowas“ sind die öffentlichen Verkehrsmittel gemeint, aber ganz ehrlich: so kompliziert wars nicht. Und vermutlich auch der normalste Weg dorthin zu gelangen.

Vom Zócalo in der Innenstadt von Mexico City geht man in Richtung Museo de Bellas Artes. An der ersten großen Kreuzung wartet man dann auf den Trolleybus, eine Art grüne S-Bahn, die einen zum Terminal del Norte bringt. Diese S-Bahn ist ziemlich schnell – gut festhalten, und am besten nicht in der Nähe der Türen stehen. Die gehen nämlich einfach mal während der Fahrt auf oder schließen erst gar nicht (Oder wir haben einfach das älteste Modell erwischt). Am Terminal del Norte nimmt man dann einen Bus nach Teoithuacán, mit dem Ziel „Los Piramides“. Man kann auch noch nach San Juan de Teotihuacan fahren, dann kommt man aber woanders raus und nicht bei den Pyramiden.

VORSICHT: Kauf dir direkt auch ein Rückfahrticket oder finde heraus, welcher Bus dich wann und wo genau abholt. Es gibt nämlich ein paar Schlawiner, die dich verarschen wollen und dir eine Rückfahrt für viel zu viel Geld anbieten, oder dich gar nicht bis in die Stadt zurückfahren… Außerdem solltest du dich unbedingt vorher informieren, ob in der letzten Zeit Raubüberfälle auf die Busse gemeldet wurden. Das führt bei uns nämlich dazu, dass jede neu einsteigende Person erstmal auf Waffen kontrolliert wurde.

Tickets für Teotihuacán

Nach knapp 1h Fahrt werden wir an einem kleinen Kreisverkehr rausgelassen und befinden uns direkt am Ticketschalter von Tor 1. Unvorbereitet wie ich war hatte ich klassischerweise kein Bargeld mit – ist ja nicht so, als wäre die Tour nicht 6 Wochen im Voraus geplant worden. Nicht mal genug Bargeld, um die 70 mexikanischen Pesos, also umgerechnet nur 5€ zu zahlen und in diesem kleinen Ticket-Häuschen sieht es ehrlicherweise nicht nach modernen Zahlungsmöglichkeiten aus. Als ich das realisiere hätte ich mich schon wieder ohrfeigen können für so viel Verplantheit. Ich stell mich trotzdem in die Schlange mit dem Plan, ganz überrascht zu tun, dass keine Kartenzahlung möglich ist, wenn ich dann dran bin.

Schweißgebadet, aber vorsichtig lächelnd frage ich nach Kartenzahlung und siehe da, der nette Mann kramt voller Freude ein staubiges Kartenlese-Gerät hervor! Puuuhhh denke ich, bis ich merke, dass ich zu allem Überfluss nur meine deutsche Karte dabeihabe. Was ist nur falsch mit mir? Zu meiner größten Überraschung funktioniert das trotzdem mit der Karte! Der Mann ist sichtlich begeistert, endlich mal sein Gerät benutzt zu haben und ich bin mehr als erleichtert, doch noch die lang und akribisch geplante Tour umsetzen zu können 😉

Bei den Pyramiden von Teotihuacán

Wenn man durch Tor 1 kommt, geht man schnurstracks auf den Templo de Quetzalcóatl zu. Hier kann man beobachten, wie an weiteren Ausgrabungen gearbeitet wird – kurz nach unserem Besuch wurde sogar noch eine unterirdische Grabkammer freigelegt!

Von dort aus nördlich gelangt man dann zu den Hauptattraktionen, die alle direkt bei der Straße der Toten, der Calzada de los Muertos liegen. Diese lange Hauptstraße ist extrem breit und verbindet die Piramide del Sol und die Pirámide de la Luna, also die Sonnen- und Mondpyramide. Das gesamte Gelände von Teotihuacán ist natürlich noch viel größer und lässt sich von der Pirámide del Sol super überblicken. Wir hatten extrem Glück und es waren kaum Menschen da, weshalb wir ohne Anstehen direkt hochlaufen konnten.

Etwas (nein, ziemlich doll) auf die Nerven gehen können die ganzen Verkäufer, die vor allem zwischen den Pyramiden unablässig Souvenirs verkaufen wollen. Aber irgendeinen Haken muss es ja geben 😉

Kleiner, aber irgendwie ein bisschen cooler ist die Pirámide de la Luna, die Mondpyramide. Hier hinaufzusteigen ist echt anstrengend, die Stufen sind wirklich hoch und bei der Hitze und der Höhe kann man schon aus der Puste kommen! Dafür wird man mit einer wunderbaren Aussicht belohnt.

Es lohnt sich, neben diesen Hauptattraktionen noch ein bisschen über das Gelände zu streifen und auch einen Abstecher in das zugehörige Museum zu machen. Dort bekommt man nochmal einen besseren Überblick und Hintergrundwissen über die Stadt Teotihuacán. Und vorab kann man auch hier noch weitere Infos bekommen.

Essen in Teotihuacán

Es gibt ein paar Restaurants, allerdings kann ich mich nicht mehr dran erinnern was und wo wir gegessen haben. Ich weiß aber noch, dass ich nachher einen viel cooleren Platz gefunden und gedacht habe: MANNO! Hätte ich das vorher gewusst, dann hätte ich mich hierhin gepflanzt, meine eigene kleine Brotzeit ausgepackt und ganz entspannt, gemütlich und in der Natur ein Picknick gemacht. Diesen Platz findet man, wenn man vor der Sonnenpramide steht und dann rechts vorbeigeht und sich auch weiter rechts hält. Dort stehen dann sogar einige Picknickbänke.

Ich muss natürlich nochmal erwähnen, dass wir extrem viel Glück hatten und kaum andere Menschen vor Ort waren. Wenn mehrere Besucher da sind kann ich mir vorstellen, dass es auch an diesem Platz voller werden kann und dann ist es nicht mehr so entspannt und ruhig.

Das würde ich das nächste Mal anders machen

  • Ein eigenes Picknick einpacken
  • Sonnencreme benutzen (heftig, war ich verbrannt)
  • Hoffen, dass bis ich das nächste Mal da bin noch weitere Ausgrabungen erfolgt sind und man evtl schon in die Tiefen der Sonnenpyramide gehen kann

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